Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)

Heilpraktikerin Ulrike Rütten - praxis-ruetten.de - beim Bearbeiten von Patientenakten. Schröpfgläser und Stethoskop liegen schon bereit.

Ursachen, Symptome und Behandlung

Darmbeschwerden können viele Ursachen haben. Eine häufig übersehene Ursache ist die sogenannte Dünndarmfehlbesiedlung (DDFB), auch als SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) bekannt. Dabei vermehren sich Bakterien im Dünndarm stärker als üblich und können Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Verdauungsstörungen verursachen.

Was ist eine Dünndarmfehlbesiedlung?

Der Dünndarm spielt eine zentrale Rolle bei der Verdauung und Nährstoffaufnahme. Im Gegensatz zum Dickdarm ist er normalerweise nur von wenigen Bakterien besiedelt. Bei einer Dünndarmfehlbesiedlung kommt es jedoch zu einer übermäßigen Vermehrung von Bakterien im Dünndarm. Diese können Nährstoffe vorzeitig verstoffwechseln und Gase bilden, was zu verschiedenen Beschwerden führt.

Typische Symptome bei SIBO

Eine Dünndarmfehlbesiedlung kann sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen:

  • Blähungen und Völlegefühl
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Übelkeit
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Nährstoffmängel bei längerem Bestehen

Da diese Beschwerden auch bei anderen Magen-Darm-Erkrankungen auftreten können, ist eine gezielte Diagnostik wichtig.

Ursachen einer Dünndarmfehlbesiedlung

Verschiedene Faktoren können die Entstehung einer Dünndarmfehlbesiedlung begünstigen:

  • Verlangsamte Darmbewegung (gestörte Dünndarmmotilität)
  • Vorangegangene Darmoperationen
  • Diabetes mellitus
  • Reizdarmsyndrom
  • Chronische Darmentzündungen
  • Magensäuremangel
  • Langfristige Einnahme bestimmter Medikamente

Bleibt der Speisebrei zu lange im Dünndarm, können sich Bakterien leichter vermehren und eine Fehlbesiedlung verursachen.

Wie wird eine Dünndarmfehlbesiedlung diagnostiziert?

Atemtest

Der Wasserstoff- oder Methan-Atemtest ist die am häufigsten eingesetzte Untersuchungsmethode. Nach dem Trinken einer speziellen Zuckerlösung werden die von Bakterien produzierten Gase in der Atemluft gemessen. Erhöhte Werte können auf eine Dünndarmfehlbesiedlung hinweisen.

Dünndarmuntersuchung

In seltenen Fällen kann eine direkte Untersuchung des Dünndarms erforderlich sein. Hierbei werden Proben entnommen und mikrobiologisch analysiert.

Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung

Die Therapie richtet sich nach Ursache und Ausmaß der Beschwerden.

Ernährungsanpassung

Eine individuell abgestimmte Ernährung kann helfen, Beschwerden zu reduzieren und die bakterielle Überwucherung zu begrenzen. Häufig wird zeitweise eine FODMAP-reduzierte Ernährung empfohlen.

Probiotika

Ausgewählte Probiotika können dabei unterstützen, das Gleichgewicht der Darmflora wiederherzustellen. Die Auswahl sollte jedoch individuell erfolgen.

Medikamentöse Therapie

In bestimmten Fällen werden Antibiotika eingesetzt, um die übermäßige Bakterienbesiedlung im Dünndarm zu reduzieren. Parallel dazu sollten die zugrunde liegenden Ursachen behandelt werden, um Rückfälle zu vermeiden.

Meine Erfahrung aus der Praxis

Eine Dünndarmfehlbesiedlung ist häufig die Ursache langjähriger Verdauungsbeschwerden, wird jedoch oft erst spät erkannt. Mit einer gezielten Diagnostik und einem individuellen Behandlungskonzept lassen sich die Beschwerden vieler Betroffener deutlich verbessern.

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